Sonntag, Dezember 12, 2004

Die WELT und das Eszet

Ein Zitat aus der Online-Ausgabe der WELT:

"Dies lehrt zumindest eines der populärsten Busineß-Bücher 2004."

Das sind schon Herzchen. Da wollen sie mit aller Gewalt zwecks Rettung der deutschen Kultur zur Rechtschreibung des vorigen Jahrtausends zurück, wahrscheinlich am liebsten auch noch zur 4-stelligen Postleitzahl, wenn nicht gar zum Kaiserreich.

Und dann geht mit ihren Wirtschaftsredakteuren der für diese Gruppe typische Hang zum Denglish durch. Mit einem Ergebnis, von dem man Augenkrebs kriegen kann:

Ein wehrloses englisches Wort, brutal zusammengetreten von den Springer-Stiefeln einer Kameradschaft zur Restauration der früheren deutschen Regeln zur Verwendung von ss und ß.

2 Comments:

Blogger Löwenstein said...

Ja, das ß im englischen Wort sieht komisch aus, aber bloß, weil wir uns schon umgewöhnt haben. Ich bin mir quite sicher, dass früher tatsächlich "Busineß" und "Fairneß" geschrieben wurde, wenn auch nicht von allen. Das musste man nicht schön finden, aber an "Frisör" und "Büro" hat sich die Menschheit auch gewöhnt. Insofern sind die Herrschaften von der WELT hier mal nur konsequent.

"Schiff ist vor Alaska aufgrund gelaufen" ist da schon eine andere Kategorie - aber das war ja eine andere Zeitung...

3:53 nachm.  
Blogger Löwenstein said...

Heute in der gedruckten Ausgabe der SÜDDEUTSCHEn lese ich feierlich zum ersten Mal: "Bänker"

8:22 nachm.  

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